Klasse 1/2 - AFCM - Amateurfunk Club Mostviertel

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Klasse 1/2

AFU Kurs > Betrieb

Fragenkatalog für den Amateurfunkdienst
Püfungsgegenstand Betrieb und Fertigkeiten Klasse 1 (CEPT) und Klasse 4 (CEPT Novice)
Liste der Prüfungsfragen (Teil 2)

Teil 2   /  Teil 1

Frage 36:
Welche Sendearten sind im Kurzwellenbereich zulässig?

Im Frequenz-Bereich zwischen 1,5 – 30 MHz sind alle Betriebsarten zulässig, die eine Bandbreite von
max. 7 kHz haben (hauptsächlich CW, SSB und digitale Betriebsarten, ausgenommen sind Pulsmodulation
und Fernsehen nach der CCIR-Norm). Über 29 MHz auch „Schmalband-FM“ (FMN).

Frage 37:
Müssen Sie ein Funktagebuch führen und welche Angaben muss es enthalten?
Ein Funktagebuch ist nur auf Anordnung der Fernmeldebehörde über einen festgelegten Zeitraum zu führen.
Wenn, dann sind Datum, Uhrzeit (Beginn/Ende des QSO’s), Rufzeichen der Gegenstelle bzw. eine Testaussendung,
Betriebsart und Sendefrequenz einzutragen. Aufbewahrungspflicht: 1 Jahr ab dem letzten Eintrag.

Frage 38:
Was verstehen Sie im Telegraphiebetrieb unter „BK-Verkehr“?
Break“- Verkehr: eine Betriebstechnik in CW, bei der zwischen der eigenen Aussendung empfangen
werden kann (QSK)

Frage 39:
Was verstehen Sie unter UTC (GMT) - Zusammenhang zu Lokalzeit, Sommerzeit?
= Universal Time Coordinated. Eine international koordinierte Weltzeit ausgehend vom Nullmeridian durch
Greenwich (früher GMT = Greenwich Mean Time). Z.B. UTC = 1200 Uhr, MEZ = + 1 Stunde = 1300 Uhr.
Bei der Sommerzeit beträgt die Differenz + 2 Stunden. Die UTC bleibt jedoch immer gleich,
es ändert sich lediglich die Lokalzeit.


Frage 40:  
Nennen Sie die konkreten Frequenzbereiche, die dem Amateurfunkdienst in den jeweiligen
Frequenzbändern zugewiesen sind (5 Beispiele).
160m
= 1810 – 1830 / 1830 – 1840 / 1840 – 1850 / 1850- 1950 kHz
80m  =  3500 – 3800 kHz
40m  =  7000 – 7200 kHz
20m  =  14000 – 14350 kHz
15m  =  
21000 21450 kHz
2m    =  
144 – 146 MHz
70cm =  
430 – 439,1 MHz

Frage 41:  
Wie arbeiten Sie mit ausländischen Amateurfunkstatioten zusammen, die einen anderen/erweiterten Randbereich benutzen? (Beispiele: 40m, 80m)?
Im „Split-Betrieb“ mit unterschiedlicher Sende- und Empfangsfrequenz. Dabei darf unter keinen
Umständen der eigene zulässige FRQ-Bereich überschritten werden.

Frage 42:
Was bedeuten die folgenden Abkürzungen? (5 Abkürzungen aus der folgenden Liste)
- BK= engl. break / Aufforderung zur Unterbrechung
- CQ= an alle (Funkstellen)
- CW= engl. Continuous Wave / Telegraphie
- DE= von
- K= kommen
- PSE  = engl. please / bitte
- RST  = Rapport (R = engl. Readability / Lesbarkeit, S = engl. Signalstrengh / Lautstärke,
          T = engl. Tonequality / Signalqualität, nur für CW)
- R= engl. roger / verstanden
- N= engl. no / nein
- UR= engl your / dein, deine
- FB= engl. faible / gut
- DX= Weitverbindung
- RPT  = engl. repeat / wiederholen
- HW= engl. how? / wie?
- CL= engl. close / für „ich schließe die Funkstelle“

Frage 43:
Wie wirkt sich Polarisationsfading auf den Kurzwellenbetrieb aus?
Durch die einmalige Reflexion an der Ionosphäre gibt es einen vertikalen und horizontalen Polarisationsanteil.
Durch das dadurch entstehende Polarisationsfading (Feldstärkeschwankung) ist der Empfang für Sprechfunk
teilweise fehlerhaft oder sogar unmöglich.

44 Frage 44:
Was versteht man unter Schwund im Kurzwellenbereich und wie reagieren Sie, um den Funkverkehr aufrecht zu erhalten?
Fading
, das Schwanken der Empfangsfeldstärke durch Überlagerung von Signalen mit Phasenunterschied  (Gegenmassnahme = AGC).

Frage 45:
Welche Maßnahmen ergreifen Sie, wenn Sie darauf aufmerksam gemacht werden, dass Ihre
Aussendung „splattert“?
Übersteuertes Sendesignal
bei dem eine zu grosse Bandbreite und Nebenausstrahlungen auftreten.
Dagegen hilft meistens die Reduzierung der Sendeleistung und Neuabstimmung (AM-Modul./ FM-Hub).

Frage 46;
Was ist ein „Pile-Up“ - wie verhalten Sie sich richtig?
Ein starker Funkverkehr
welcher meist durch Rufen einer seltenen Station zustande kommt.
Da hier meist eine mangelhafte Disziplin herrscht, sollte man zuerst hören und herausfinden,
wie der Betrieb abgewickelt wird (Split-Betrieb, Listen, Aufruf bestimmter Länder, Ziffern im Rufzeichen,…).

Frage 47:
Was verstehen Sie unter den Begriffen MAYDAY - SECURITEE - SILENCE MAYDAY - MAYDAY RELAY?
„Mayday“
(Phonie) bzw. „SOS“ (CW) = Notzeichen (Einleitung eines Notrufes)
„Securitee“ = Sicherheitszeichen (Sicherheitsfunkverkehr)
„Silence Mayday“ = Aufforderung zur verbindlichen Einhaltung der Funkstille
„Mayday Relais“ = Kennzeichnung einer Übermittlung eines Notrufes durch eine andere Funkstelle

Frage 48:  
Welche Mess- und Kontrollgeräte sind bei einer Amateurfunkstelle vorgeschrieben?

Load, FRQ-Zähler, DIP-Meter, Watt-Meter, V/A-Meter (bei Klasse 3 u. 4 keine)

Frage 49:  
Was ist bei der Abstimmung des Leistungsverstärkers einer Amateurfunkstelle zu beachten?
Dieser muss immer so ausstrahlungsfrei an einem Dummy-Load abgestimmt werden, dass keine
Nebenaussendungen entstehen.


Frage 50:
Wie wird ein Funkrufzeichen allgemein bzw. ein Amateurfunkrufzeichen aufgebaut – welcher Vorschrift?
Geregelt durch die „Vollzugsordnung für den Funkdienst“ (VO-Funk).
Beginnend mit dem Präfix = Landeskennung und dem Suffix = einmalige persönliche Kennung.

Frage 51:
Buchstabieren Sie folgende Worte bzw. den folgenden Text nach dem internationalen
Buchstabieralphabet (Worte oder kurzer Text nach Wahl des Prüfers).
A = Alpha, B = Bravo, C = Charlie, D = Delta, E = Echo, F = Foxtrott, G = Golf, H = Hotel, I = India, J = Juliett,
K = Kilo, L = Lima, M = Mike, N = November, O = Oscar, P = Papa, Q = Quebec, R = Romeo, S = Sierra,
T = Tango, U = Uniform, V = Victor, W = Whiskey, X = X-ray, Y = Yankee, Z = Zulu

Frage 52:
Was ist beim Betrieb an den Bandgrenzen zu beachten?
Es ist zu beachten, dass die Aussendung im gesamten Umfang (FRQ-Drift, SSB-Träger) die Bandgrenze nicht
überschreitet (CW = 500 Hz, SSB = 2,1 – 2,4, max. 7 kHz). Dabei ist die Toleranz der Messgeräte zu beachten.

Frage 53:
Nennen Sie Beispiele österr. Amateurfunkrufzeichen mit Zusätzen (p, m, am, mm, /1).

OE3JWC/am (AirMobile), OE1CRW/mm (MarineMobile), OE3DEF/1 (NÖ in W mobil unterwegs.
OE3JWC/p (portabel in OE), OE3JWC/m (mobil in OE).

Frage 54:
Nennen Sie 5 Landeskenner um Österreich und 5 weitere Landeskenner
DL = Deutschland, HB = Schweiz, HB0 = Lichtenstein, I = Italien, S5 = Slowien, HA = Ungarn, OM = Slowakei
F = Frankreich, PA = Holland, SM = Schweden, UA = Russland, VE = Canada, VK = Australien

Frage 55:
Was bedeuten die Ziffern im österreichischen Amateurfunkrufzeichen,
welche Rufzeichenzusätze sind zulässig?
Standort der Amateurfunkstelle: 1 = W,   2 = S,   3 = NÖ, 4 = B, 5 = OÖ,   6 = ST,  7 = T,   8 = K,   9 = V
0 = österreichische Funkstelle ausserhalb des Hoheitsgebiet eines Staates (Antarktis)
Zusätze: am (AirMobile), mm (MarineMobile), Ziffern 1-9, Buchstaben/Ziffern-Kombi f. bes. Anlässe

Frage 56:
Welche Bestimmungen sind beim Betrieb im 6m - Band zu beachten?
Amateurfunk hat sekundären Status. D.h. es sind jegliche Störungen des Privatfunks (Fernsehrundfunk) verboten!
Maximale Leistung 100W (Relais und Baken: 10W) Spitzenleistung.
Die erste Inbetrieb- und die dauernde Ausserbetriebnahme muss der örtlichen FÜ gemeldet werden.
Weiters muss der Stationsverantwortliche während des Sendebetriebes jederzeit telefonisch erreichbar sein
um bei Störungen eine sofortige Abschaltung veranlassen zu können.

Frage 57:
Welche Betriebsverfahren werden bei Scatter - Verbindungen verwendet?
CW + Digitale Betriebsarten
.
In jedem Fall werden Richtantennen mit hohem Gewinn und relativ hoher Sendeleistung verwendet. (Scatter-Verbindungen = Funkverbindungen welche auf Streueffekte während der Funkausbreitung beruhen.
Sendedurchgänge daher möglichst kurz halten).

Frage 58:
Welche Betriebsverfahren werden bei Meteorscatter - Verbindungen angewendet?
Hochgeschwindigkeits-CW und digitale Betriebsarten. (Meteorscatter-Verbindung = Reflexionen an den
Elektronenwolken von verglühenden Meteoriden. Verbindungen dauern meist nur wenige Sekunden).


Frage 59:
Erklären Sie die Betriebsabwicklung bei Relaisbetrieb.
Dient zur Erhöhung der Reichweite und der Unterstützung des mobilen Funkverkehrs.
Der Relaisbetrieb wird über ein Frequenz-Paar abgewickelt.
Jede Relaisfunkstelle hat eine Eingabe- und Ausgabefrequenz. Die Frequenz-Ablage (Shift) ist dabei genormt
(z.B. -0,6 MHz auf 2m, -7,6 MHz auf 70cm).

Frage 60:
Was versteht man unter „EME - Verbindungen“ - welches Betriebsverfahren wird angewendet?
Erde–Mond–Erde
Verbindung. Hier dient der Mond als Reflektor.
Man benötigt eine drehbare und nachführbare Richtantenne, rauscharme und empfindliche Vorverstärker.
CW und digitale Betriebsarten.

Frage 61:
Was verstehen Sie unter Packet Radio - welches Betriebsverfahren wird angewendet?
Senden von Datenpaketen, welche beim Sender moduliert und beim Empfänger demoduliert werden.
Zur bestehenden Funkanlage + PC, eine entsprechende Software und ein Modem (AX-25 Protokoll).

Frage 62:
Was verstehen Sie unter den Begriffen Mailbox, Digipeater, Netzknoten und welche betriebliche
Besonderheiten sind zu beachten?
Mailbox
= ein elektronischer Briefkasten
Digipeater = eine Relaisfunkstelle für digitale Betriebsarten
Netzknoten = dient der Vernetzung der Digipeatern untereinander

Frage 63:
Erklären Sie die Begriffe Relaisfunkstelle, Transponder, Bakensender und welche betrieblichen
Besonderheiten sind zu beachten?
Relaisfunkstelle
= unbemannte Funkstelle, zur Erzielung einer grösseren Reichweite (Funkhorizont!)
Transponder = wie Relais, jedoch Umsetzung von zwei Amateurfunkbändern (z.B. 2m auf 70 cm)
Bakensender = unbemannter Sender, sendet automatisch neben seinem Rufzeichen weitere Informationen
(z.B. Wetterdaten) und dient vorrangig zur Überwachung der Ausbreitungsbedingungen

Frage 64:
Erklären Sie die Betriebsabwicklung bei ATV-Betrieb.
Amateur TV
. Zum Empfang wird ein Bildschirm benötigt. Zum Senden eine Kamera, Modulator und Sender.
Datenübertragung erfolgt digital oder auch analog ab dem 70cm-Band.

Frage 65:
Was ist bei Überreichweitenbedingungen zu beachten?
Die Bedingungen sind kurzlebig und rasch wechselnd. Aussendungen sind somit relativ kurz zu halten.

Frage 66:
Welchen Einfluss hat die Wahl des Standortes für UKW-Ausbreitung?
Die Ausbreitung erfolgt bei UKW „quasi-optisch“, somit fast geradlinig am Funkhorizont.
Je höher der eigene Sendestandort, desto grösser die Reichweite (wird durch grosse Hindernisse verringert).

Frage 67:
Erklären Sie das Betriebsverfahren SSTV.
SlowScanTV
. Dient der Übertragung von nicht bewegten Bildern.

Benötigt wird eine Videokamera und ein SSTV-Konverter.
Ein Bildinhalt wird abgetastet und schmalbandig (Bandbreite = 2-3 kHz) analog auf SSB und vereinbarten FRQ’s
übertragen (eignet sich daher auch für KW).


Frage 68:
Nennen Sie Einflüsse, die die Lesbarkeit einer Funkverbindung verschlechtern.
Natürliche Störungen wie Gewitter, starker Niederschlag (QRN), Fremdstörungen wie Maschinen, Zündfunken (QRM),
durch Übermodulation bzw. Übersteuerung der Endstufe (Splattern, Fading).

Frage 69:
Wie beurteilen Sie Sie Aussendung Ihrer Gegenstelle und wie wird diese Beurteilung der
Gegenstelle mitgeteilt?
Mittels eines Rapportes
(RPT) ablesbar auf dem „S-Meter“ unterteilt in die
Lesbarkeit (Readability): 1 = nicht lesbar, 2 = zeitweise lesbar, 3 = schwer lesbar, 4 = ohne Probleme  lesbar,
5 = gut lesbar.

Lautstärke (Strength): 1 = kaum hörbar, 2 = sehr schwach hörbar, 3 = schwach hörbar, 4 = mittelmässig  hörbar,
5 = ziemlich gut hörbar, 6 = gut hörbar, 7 = mässig stark hörbar, 8 = stark hörbar, 9 = sehr stark hörbar.

Klang (Ton): wie „R“ + X = Kristallklar (Echo, hohl), C = Chirp (unstab. Netzteil), K =Klick (hörb. Tastton)

Frage 70:
Wie teilen Sie der Gegenstation Ihren Standort mit?
Als QTH mit der Angabe des Ortsnamen, der geographischen Koordinaten oder den QTH-Locator
(JN88DD = GPS – Maidenhead – Locator).
      

Frage 71:
Was ist ein „Contest“ - wie verhalten Sie sich richtig?
Ein Funkwettbewerb, bei dem möglichst viele Stationen in einer bestimmten Zeit „gearbeitet“ werden sollen.
Dafür gibt der Veranstalter eigene „Contest-Regeln“ heraus die befolgt werden müssen.

Frage 72:
Wie gehen Sie bei der Planung einer Amateurfunkverbindung zu einem bestimmten Ort vor?
Je nach Entfernung zur Gegenstation und Überprüfung des tageszeitabhängigen Radiohorizontes – FRQ-Band,
Sendeleistung, Betriebsart, Antenne – notfalls über Relais, Digipeater oder Echolink.

Frage 73:
Was ist hinsichtlich der Herstellung oder Veränderung von Amateurfunkgeräten zu beachten?
Funkamateure der Klasse 1 sind berechtigt, Sendeanlagen selbst herzustellen, bzw. kommerzielle Sendeanlagen
für Zwecke des Amateurfunks zu modifizieren. Diese müssen eine Neben- und Oberwellenfreiheit, der zulässigen
maximal abgegebenen Sendeleistung entsprechen sowie eine geeignete Frequenz-Anzeige zur Kontrolle der
Sendefrequenz besitzen. Es wird kein CE-Kennzeichen benötigt.
Bei Spannungen über 50V muss ein Strom- und Spannungsmessgerät vorhanden werden.
Funkamateure der Klasse 3 und Klasse 4 dürfen nur im Handel erhältliche Geräte ohne Modifikationen verwenden.

Frage 74:
Beschreiben Sie das typische Ausbreitungsverhalten in den Frequenzbändern 6m - 2m und 70cm
.
Mit steigender FRQ tritt bei der Funkausbreitung ein „quasi-optisches“ Verhalten auf.
Überschreitet die Grenzfrequenz deutlich 30 MHz, dann können im 6m-Band an der Ionosphäre
Reflexionen und damit Raumwellen auftreten.
Die Funkausbreitung in 2m- und 70 cm-Band ist vorwiegend auf den optischen Horizont beschränkt.
Hier können Überreichweiten nur bei grossflächigen Temperaturumkehrschichten auftreten, wobei Reichweiten
über 1000km (Ducts) keine Seltenheit sind.


 
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