Klasse 1/1 - AFCM - Amateurfunk Club Mostviertel

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Klasse 1/1

AFU Kurs > Betrieb

Fragenkatalog
für den Amateurfunkdienst
Püfungsgegenstand Betrieb und Fertigkeiten Klasse 1 (CEPT) und Klasse 4 (CEPT Novice)
Liste der Prüfungsfragen (Teil 1)

Teil 1    /  Teil 2


Frage 01:
Wie eröffnen Sie einen Funkverkehr in Phonie, wie in Telegraphie?
Frequenz überprüfen ob ein QSO stattfindet, nachfragen ob diese FRQ benutzt wird (QRL),
dann „,, CQ this is“ oder „“ … bzw. nach einer bestimmten Station rufen (auch wenn man über Relais ruft).

Frage 02:
Was ist das gebräuchliche Minimum einer Amateurfunkverbindung?
Rapport (RS), Vorname (+ Rufzeichen/QRA), QTH (Home, Mobil), Geräte, Antenne, Wetter,…

Frage 03:
Welche Bedeutung haben die Q-Gruppen im Allgemeinen?
Beispiele:
QRM = ich werde gestört (Fremdstörungen)
QSO = ich habe Verbindung mit ... (im Amateurgebrauch auch Bezeichnung für eine Funkverbindung)
QRO = erhöhen Sie die Sendeleistung
QSY = wechseln Sie auf die Frequenz ... kHz (im Amateurgebrauch statt einer Frequenz oft das Amateurband)
QSL  = ich werde Ihnen eine Empfangsbestätigung geben (im Amateurgebrauch allgemeiner
              Hinweis, dass eine Meldung verstanden wurde und Bezeichnung für die „Funkbestätigungs-/QSL-Karte“)
QRP = vermindern Sie die Sendeleistung (im Amateurgebrauch auch Hinweis, dass mit geringer
                             Sendeleistung gearbeitet wird.
QTR = es ist...... Uhr UTC (GMT)
         QRS = geben Sie langsamer (eventuell gefolgt von der erwünschten Anzahl Worte pro Minute = WP M
QRX = ich werde Sie um ... Uhr auf ... kHz wieder rufen (im Amateurgebrauch als allgemeiner Hinweis, dass
              man später gerufen wird, derzeit aber warten soll)
QRV = ich bin betriebsbereit
QSP = ich werde an.... weiter übermitteln
QRG = Ihre genaue Frequenz ist.... kHz
QRT = stellen Sie die Aussendung(en) ein (im Amateurgebrauch auch für „ ich stelle den Funkbetrieb ein!“)
QRU = ich habe nichts für Sie vorliegen (im Amateurgebrauch die Mitteilung, dass alle Informationen
              übermittelt wurden; wird am Ende eines QSOs verwendet)
QRN = ich habe atmosphärische Störungen (1 = keine, 2 = schwach, 3 = mäßige, 4 = starke, 5 = sehr starke)
QRB = die Entfernung zwischen unseren beiden Stationen ist....km
QTH = mein Standort ist.....
QSB = Ihre Zeichen weisen Fading auf (= die Empfangsfeldstärke schwankt)

Frage 04:
Sie wollen, das Ihre Gegenstation d. Leistung vermindert - welche Q-Gruppe verwenden Sie?
QRP

Frage 05:
Was bedeuten die Hinweise „5 UP“ bzw. “10 DOWN"?
Wenn großes Betriebsaufkommen (auch „PILE UP“ genannt) herrscht erfolgt ein Teil des Betriebes
5 KHz höher bzw. 10 KHz tiefer.

Frage 06:
Sie wollen in einen bestehenden Funkverkehr einsteigen - wie führen Sie das durch?
Funkverkehr beobachten, in einer Sendepause mit „Break“ oder nur kurz mit dem Rufzeichen melden.

Frage 07:
Welche betrieblichen Auswirkungen haben die besonderen Ausbreitungsbedingungen auf Kurzwelle?
Bodenwellen und Raumwellen. Bei Bodenwellen nimmt mit steigender FRQ die Reichweite rasch ab, bei Raumwellen kann hingegen weltweiter Funkverkehr geführt werden. -zwischen dem Ende der Reichweite der Bodenwellen und dem ersten Auftreffen der  Raumwellen (Skip) tritt die „tote Zone“ auf.

Frage 08:
Welche betriebliche Auswirkung hat die Bodenwellen-Ausbreitung?
Je schlechter die elektrische Bodenleitfähigkeit, desto geringer die erzielbare Reichweite da durch Hindernisse eine Dämpfung auftritt. Grössere Reichweiten werden z.B. am Meer durch den höheren Salzgehalt erreicht. Die Reichweite  nimmt auch mit höherer FRQ ab.

Frage 09:
Welch betriebliche Auswirkung hat die Raumwellen-Ausbreitung, in welchem Frequenzbereich ist sie von Bedeutung?
Raumwellen ermöglichen im Kurzwellenbereich (sogar am 6m-Band) durch Mehrfachreflexionen an der
Ionosphäre (sporadische E-Schicht) und am Boden weltweiten Funkverkehr (über einige 1000 km).

Frage 10:
Welche betriebliche Bedeutung hat die kritische Frequenz?
= die obere Grenzfreq
. (f) bei der gerade noch Reflexionen an der Ionosphäre auftreten. Sind FRQ's höher als die kritische FRQ werden diese nicht mehr reflektiert und durchdringen die Ionosphäre Richtung Weltraum.
Je höher die f0 desto höherfrequente Amateurfunkbänder können genutzt werden.


Frage 11:
Welche betriebliche Bedeutung haben die Begriffe “MUF” und “LUF”?
Maximal Usable Frequency
= die höchste noch nutzbare FRQ (abhängig von der „kritischen FRQ“ und vom Abstrahlwinkel der Antenne (Einfall-/Ausfallwinkel auf der Ionosphäre).
Wird die MUF überschritten, werden die Funkwellen nicht mehr reflektiert.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Lowest Usable Frequency
= die tiefste gerade noch nutzbare FRQ (unterschritten = ebenfalls keine Reflexionen auf der Ionosphäre).

Frage 12:
Was versteht man unter Fading auf Kurzwelle, wodurch entsteht Fading und wie reagieren Sie, um den Funkverkehr aufrecht zu erhalten?
Schwanken der Empfangsfeldstärke (QSB)
. Durch die Mehrwegausbreitung kommt es zu Überlagerungen (Interferenzen) mit unterschiedlicher Phasenlage. Man kann durch die  Verwendung der AGC (Automatic Gain Control) dem Fading entgegenwirken.

Frage 13:
Ausbreitung von Funkwellen - Ausbreitungsmerkmale in den verschiedenen Amateurfunk?
Raumwelle -  für Frequenzen unter 30 MHz
Bodenwelle -  für Frequenzen unter 30 MHz,
Direkte Welle - ab 30 MHz quasioptisches Verhalten.

Frage 14:
Welchen Einfluß hat die Ionosphäre auf die Ausbreitung von Funkwellen über 30 MHz?
Nur durch Auftreten von sporadischen E-Schichten können kurzzeitig Reflexionen auftreten.
Bei Frequenzen über 30 MHz treten normalerweise keine Reflexionen an der Ionosphäre mehr auf.

Frage 14:
Erklären Sie die Begriffe Fresnelzone, Geländeschnitt.
Wenn Hindernisse in den ellipsenförmigen Bereich zwischen einem Sende- und Empfangsstandort hineinragen und eine Streckendämpfung verursachen, nennt man diesen Bereich „Fresnelzone“.
Der „Geländeschnitt“ ist eine grafische Darstellung des Profils der Erdoberfläche zwischen dem Sende- und Empfangsstandort (LoS = Line of Sight).



Frage 16:
Was ist die tote Zone, was ein Skip?
Der Bereich zwischen dem Reichweitenende der Bodenwelle und dem ersten Auftreffen der Raumwelle. Der Skip - oder Hop - ist das Auftreffen der Raumwelle nach der ersten Reflexion an der Ionosphäre.



Frage 17:
Wovon hängt die maximal erzielbare Reichweite auf Kurzwelle ab?
Durch die Raumwellen (Tageszeit),
Abstrahlwinkel der Antenne und den Bodenreflexionen (Leitfähigkeit des Bodens wie z.B. Meer).

Frage 18:
Was verstehen Sie unter kurzem - was unter langem Weg?
Wenn zwischen dem Standort des Sender und des Empfängers die Entfernung um die Erdkugel gering ist, ist dies der kurze Weg. Der lange Weg ist dann um 180° entgegengesetzt. Je nach herrschenden Ausbreitungsbedingungen und der Betriebsfrequenz  ist die Feldstärke unterschiedlich (event. Fading).

                            

Frage 19:
Was verstehen Sie unter dem Dämmerungseffekt?
Unübliche Ausbreitungsbedingungen und treten während des Sonnenauf- bzw. -untergangs auf.
Ursache sind sich rasch ändernde Ionisationsverhältnisse in der D- und E-Schicht.

Frage 20:
Was verstehen Sie unter der „Grey-Line“, welche Besonderheiten in der Funkausbreitung können auftreten?
Dämmerungszone
. In dieser Übergangszeit verschmilzt die Fund F2 Schicht zur F-Schicht und es kann  häufig zu extremen Überreichweiten kommen. Besonders auf den unteren KW-Bändern.

Frage 21:
Beschreiben Sie den Aufbau der lonosphäre und welche betriebliche Konsequenzen ergeben sich daraus?
D-Schicht - nur tagsüber/wirkt dämpfend -> keine Raumwellenausbreitung,
E
S Schicht - sporadisch/vorwiegend im Sommer,
E-Schicht - nur tagsüber, Fund FSchicht - in der Dämmerung,
> langsam - beginnende Raumwellenausbreitung
F1 und  F2   verschmelzen in der Nacht zur F-Schicht).

                   

Frage 22:
Wie verhalten sich die lonosphärenschichten im Tagesverlauf bzw. im Jahresverlauf?
Die Ionosphärenschichten folgen in erster Linie dem Tagesverlauf der Sonneneinstrahlung. Zuerst die D- und E-Schicht, bei Dämmerung bilden sich die F 1 und F 2 Schicht, in der Nacht verschmelzen beide Schichten zur F-Schicht. Durch die Jahreszeiten und der Änderung des Sonneneinstrahlwinkels wird die D- und E-Schicht kaum beeinflusst, hingegen die F-Schichten sehr stark  (Schichthöhe -> Reflexionen).

Frage 23:
Welchen Einfluss hat die geographische Breite auf die Kurzwellenausbreitung?
Hat primär Einfluss auf den Einfallswinkel der Sonnenstrahlung -> die Dämmerungsdauer ist somit in den tropischen Breiten kürzer (wenige Minuten) als in den polaren Regionen (- 6 Monate = Polarnacht).

       

Frage 24:
Was versteht man unter „Sonnenaktivität“, unter der „Sonnenfleckenrelativzahl“, unter dem
„Solar- Flux“? - welchen Einfluss hat sie auf die Kurzwellenausbreitung?
Sonnenaktivität
= die allgemeinen Vorgänge der Sonne in Form von Strahlung und Materienstrom
Sonnenfleckenrelativitätszahl = die Anzahl der sichtbaren Sonnenflecken und Fleckengruppen
Solar-Flux = die Intensität der Sonnenstrahlung bei ca.10 cm Wellenlänge
Einfluss = Veränderung der Ionosphäre und damit der Reichweite bzw. Störungen

Frage 25:
Welchen Zyklen unterliegen die Ausbreitungsbedingungen auf Kurzwelle?
Einem 24 Stunden Tageszyklus,
einem  27 Tageszyklus  (mittlere Umlaufzeit der Sonne),
einem Jahreszyklus (Jahreszeiten, Neigung der Erdachse),
einem Sonnenfleckenzyklus (im Schnitt 11,2 Jahre).

Frage 26:
Beschreiben Sie das charakteristische Ausbreitungsverhalten in den dem Amateurfunkdienst zugewiesenen Frequenzbändern unter 30 MHz?
Auf diesen Frequenz-Bändern gibt es eine Bodenwellenausbreitung während des Tages mit
Reichweiten zwischen 50 und 200km.
Eine Raumwellenausbreitung wird durch die Dämpfung der D-Schicht unter Tags verhindert.
Während der Dämmerung (Grey-Line) meist Boden- und Raumwellenausbreitung.
In der Nacht weltweite DX-Verbindungen über die Raumwellen möglich.

Frage 27:
Was versteht man unter einem Mögl- Dellinger- Effekt und welche betrieblichen Auswirkungen hat er?
Plötzlich auftretende sonnenbedingte Störungen in der Ionosphäre (SID's). Deutliche Dämpfung in der
D-Schicht, der Funkverkehr kann u. U. zusammenbrechen (Dauer: wenige Minuten bis einige Stunden).



Frage 28:
Welche Auswirkungen haben Polarlicht - Erscheinungen auf die Kurzwellenausbreitung?
Besonders im Bereich der magn. Pole tritt der Aurora-Effekt (Van-Allen-Gürtel = verursacht durch die
Stossionisation) und das Polarlicht (Rekombination = wandeln der Strahlung in Licht) auf.

Frage 29:
Welche Faktoren können den Funkbetrieb auf Kurzwelle beeinflussen?
Sender, Empfänger,
Ausbreitungsbedingungen, Mögl- Dellinger- Effekt, Aurora-Effekt, natürliche Störungen wie z.B. Gewitter (QRN), industrielle/städtische Störungen wie z.B. Maschinen, Zündfunken (QRM)
bzw. Störungen durch Übermodulation, Übersteuerung der Endstufe (Splattern, Fading).

Frage 30:
Wie wirkt sich die Tageszeit die Ausbreitung in den Kurzwellenbändern bis 40m aus?  (160m- /80m-/40m-Band)
Während des Tages in der D-Schicht = LUF häufig oberhalb des 40m-Bandes, somit keine Reflexionen an der Ionosphäre im 160m- und 80m-Band, ausserdem ist die Dämpfung der D-Schicht auf diesen FRQ-Bändern so stark, dass keine verständlichen  QSO's geführt werden können. Untertags somit nur für kurze Strecken (Bodenwellen) nutzbar. In der Dämmerung und Nacht = Raumwellenausbreitung.

Frage 31:
Was verstehen Sie unter „Sporadic - E - Verbindungen“?
Funkverbindungen über Raumwellen, die durch Reflexionen an der sporadischen E-Schicht entstehen. Treten selten unter 20 MHz auf, typisch jedoch für 10m und 6m (magische Bänder).

            

Frage 32:  
Was verstehen Sie unter „Short - Skips“?
Ausbreitungsbedingungen bei denen der Funkverkehr in die sonst „tote Zone“ hinein möglich ist
(jedoch erst ab dem 15m-Band).



Frage 33:
Was verstehen Sie unter einem Notverkehr, wie wird er angekündigt?
Wenn ein Funkverkehr durch ein Notzeichen (3 x „Mayday“ [in CW „SOS“], oder „Securitee“) angekündigt wird und das Rufzeichen, die  Uhrzeit, der Standort und die eigentliche Notmeldung folgt.
Weitere Stationen werden mit „Silence Mayday“ zur Funkstille aufgefordert.

Frage 34:
Sie empfangen einen Notruf - woran erkennen Sie diesen und Sie haben Sie sich zu verhalten?
Ein Notruf wird durch die Verwendung eines Notzeichens erkannt.
Der eigene Funkverkehr ist sofort einzustellen, wenn keine andere Station antwortet ist mit der notrufenden Station Kontakt aufzunehmen,  nach der Art der gewünschten Hilfe zu fragen und dann die Alarmierung des entsprechenden
Notrettungsdienstes zu veranlassen.
Der Notverkehr ist so gut als möglich mitzuschreiben (Logbuch!).

Frage 35:
Auf welchen Bändern könnten Sie einen Notruf empfangen?
Auf dem 80, 40, 30, 17, 15 und 12m-Band (= Katastrophenfunk).
Grundsätzlich kann jedoch ein Notruf auf jeder FRQ abgesetzt werden.


 
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